Werkgespräche

Werkgespräche

 

 

 

 

WERKGESPRÄCH – Susanne Tauss und Thorsten Heese
Mittwoch, 12. Dezember 2018, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

Ein »gröserer ja allergrösester Ohnglücksfall«, oder: eine Kurzgeschichte vom Osnabrücker »Porcellain«

Im Zeichen des Merkantilismus bemühten sich die absolutistischen Herrscherhäuser Europas, durch Manufakturen die wirtschaftliche Prosperität ihrer Territorien zu verbessern. Entsprechend strebte Osnabrücks Fürst und Bischof Ernst August II. (1674–1728) danach, in seiner Residenzstadt eine Porzellanmanufaktur zu etablieren. Der 1726 begonnene Versuch endete allerdings bereits zwei Jahre später mit dem Tod des Fürsten und seines »Porcellain-Machers« Johann Helferich Auer. Zurück blieb die trauernde Witwe Auer, die um die Zukunft der Arbeiter und ihrer Familie bangte.

Schreibzeug. Osnabrücker Fayence von Johann Helferich Auer (1727)
© Museumsquartier Osnabrück. Kulturgeschichtliches Museum, 10150

WERKGESPRÄCH – Katharina Kaup
Mittwoch, 16. Januar 2019, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

Zwischen Tradition und Innovation –
Albrecht Dürers »Marienleben«

Das »Marienleben« gehört neben der »Passion« und der »Apokalypse« zu Albrecht Dürers (1471–1528) drei großen Holzschnittfolgen. Sie erschienen 1511 jeweils in Buchform. Bereits seit 1502 hatte sich Dürer künstlerisch intensiv mit einzelnen Motiven des Lebens der Jungfrau Maria auseinandergesetzt. Die 1511 veröffentlichte Folge umfasste schließlich 18 Blätter. Dürers innovative Bildfindungen im »Marienleben« werden seinen traditionellen Marienbildnissen vergleichend gegenübergestellt.

Maria im Strahlenkranz. Holzschnitt von Albrecht Dürer (1511)
Leihgabe der Konrad Liebmann Stiftung in der Stiftung Niedersachsen
© Museumsquartier Osnabrück. Kulturgeschichtliches Museum, L 153-14-1

WERKGESPRÄCH – Anne-Sibylle Schwetter
Mittwoch, 7. Februar 2019, 16:30 Uhr, Kulturgeschichtliches Museum, Saal

Der Pernickelturm in Osnabrück –
Zu einem wiederentdeckten Gemälde von Felix Nussbaum

Das Gemälde »Pernickelturm« von 1926/27 ist ein frühes und besonders schönes Beispiel für die Gruppe der Stadtansichten, mit denen Felix Nussbaum (1904–1944) pittoreske Motive seiner Heimatstadt Osnabrück ins Bild gesetzt hat. Das Bild galt lange als verschollen. Erst 2016 wurde es wiederentdeckt und ist jetzt in der Sammlung Felix Nussbaum zu sehen. Im Werkgespräch wird es um die Geschichte des Gemäldes gehen sowie in vergleichenden Betrachtungen mit anderen Stadtansichten des Malers auch um stilistische und thematische Besonderheiten.

Pernickelturm in Osnabrück. Ölgemälde von Felix Nussbaum (1926/27)
Leihgabe aus Privatbesitz
© Museumsquartier Osnabrück. Felix-Nussbaum-Haus, L 601

WERKGESPRÄCH – Eva Berger
Mittwoch, 20. März 2019, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

Maria Rasch als Bauhäuslerin

In Osnabrück ist Maria Rasch (1897–1959) insbesondere als Künstlerin bekannt. Als »Bauhäuslerin« dagegen kennt man sie nicht unbedingt. In diesem Vortrag steht erstmals ihre Ausbildung im Fokus, die Maria Rasch zwischen 1919 und 1923 im »Staatlichen Bauhaus Weimar« in der Werkstatt für Malerei absolvierte.

Farbstudie. Collage von Maria Rasch (um 1922)
© Gerrit Rasch, Osnabrück

WERKGESPRÄCH – Mechthild Achelwilm
Mittwoch, 24. April 2019, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

Brigitte Waldach und das Gewebe der Raumzeichnung

Seit Dezember 2018, mit dem Geburtstag Felix Nussbaums, beginnt im Felix-Nussbaum-Haus der Gang durch die Sammlung mit einem Blick ins Heute. Brigitte Waldach, die sich in ihrem Schaffen existenziellen Gefühlen wie Unsicherheit, Angst oder Liebe stellt und brisante Themen wie Terrorismus oder Gewalt bearbeitet, wurde ins Museumsquartier eingeladen, um sich mit Felix Nussbaum, seinem Leben, seinem Werk und den ihm innenwohnenden Themen künstlerisch auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist eine dynamisierende, raumgreifende Installation, in der Sound, Text, Zeichnungen und Raumverspannungen eine neue Dimension bilden und zu einem Raumerlebnis einladen, das in Wechselwirkung zur Architektur dem individuellen Sein und der universalen Existenz nachgeht.

Existenz. Entwurf zur Rauminstallation von Brigitte Waldach (2018)
© Brigitte Waldach

WERKGESPRÄCH – Maren Waike-Koormann
Mittwoch, 5. Juni 2019, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

The making of »bauhaustapete – neu aufgerollt«

2019 feiert ganz Deutschland das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses und das Museumsquartier feiert mit. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und erfahren Sie bereits vor Eröffnung der Ausstellung »bauhaustapete – neu aufgerollt« mehr über ein erfolgreiches Bauhaus-Produkt aus der Region Osnabrück. Im Gespräch mit der Ausstellungskuratorin geht es um die Entstehung der Ausstellung, um eine Ästhetik des Alltags und um alte Bekannte wie den Osnabrücker Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart.

»Mit Rasch arbeiten bedeutet mehr Umsatz …« Entwurf von Friedrich Vordemberge-Gildewart (Silbernes Rasch-Buch, 1933)
© Rasch Archiv

WERKGESPRÄCH – Mechthild Achelwilm
Mittwoch, 3. Juli 2019, 16:30 Uhr, Museumsquartier Osnabrück

Das immer andere Gesicht im Werk von Friedrich Einhoff

Der Mensch ist ein Rätsel. Unzählige Male am Tag blickt man einer Person ins Gesicht und kann doch nicht erkennen, was in ihr vorgeht. Jeden Tag schlüpft der Mensch in eine Rolle und maskiert sein Wesen. Friedrich Einhoff gibt durch sein nunmehr über 40-jähriges Schaffen dieser Undurchsichtigkeit Bilder – zahlreiche Bilder. Seine lebenslange zeichnerische und malerische Annäherung an die Figur erscheint wie eine stete Bemühung, mittels der Kunst hinter die oberflächliche Fassade zu blicken und in das Innere einzudringen. Was er dadurch aufdeckt, ist die Ambivalenz und Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz.

Das Atelier von Friedrich Einhoff. Fotografie von Dirk Masbaum (2009)
© Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg